Florian Berger sehr erfolgreich bei den deutschen Kurzbahnmeisterschaften der Masters in Essen
„Mein oberstes Ziel war es, meinen Titel über 100 Meter Brust zu verteidigen. Das ist mir gelungen. Dazu habe ich die 50 Meter Brust gewonnen", sagt Berger, der nach seinen beiden Titeln über diese Strecken bei den Landesmeisterschaften als Führender der Rangliste nach Essen gereist ist.
Er wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Am zweiten Tag wiederholte er zum Auftakt seinen Triumph über die 100 Meter Brust in der Altersklasse 35 (AK 35). Er schlug mit deutlichem Vorsprung nach 1:04,93 Minuten an. Den zweiten Titel sicherte er sich einen Tag später. Wie schon über 100 Meter ließ er der Konkurrenz über 50 Meter Brust keine Chance. In 29,30 Sekunden hatte er über
0,7 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten und holte seine zweite Goldmedaille.
„Das letzte halbe Jahr war schon sehr anstrengend. Ich war vier- bis fünfmal pro Woche im Wasser, dazu zwei-, dreimal Krafttraining. Aber mein Ziel hat mich moti-viert", sagt der 37-Jährige, der das Training mit seiner Arbeit als Analyst bei der Landesbank in Stuttgart verbinden muss. „Durch die Arbeit kann ich oft erst ab halb neun trainieren und dann geht es halt bis 22 Uhr", schildert er. In und um Stuttgart hat er nun schon seit 2010, seit seinem Studium, seinen Lebensmittelpunkt, trainiert mit einer Gruppe von Masters in Stuttgart („Wir verstehen uns gut, wir feiern auch Silvester zusammen."), startet aber für den TSV Riedlingen. „Als Leistungsschwimmer bin ich ab 2008 für Sindelfingen geschwommen, auch bei der DMS in der 1. Bundesliga.
Aber als Mastersschwimmer bin ich mit dem Startrecht nach Riedlingen zurückgekehrt. Das war mir wichtig." Alle paar Wochen sei er in Riedlingen, schaue auch in der Schwimmhalle vorbei und trainiere mit, wenn die Riedlinger Trainingsgruppe im Wasser sei.
In Essen gewann er auch dreimal Bronze im Freistil. Am ersten Tag über 200 Meter (1:59,66), als er seinem Anfangstempo etwas Tribut zollen musste. Am zweiten Tag über 50 Meter (24,63), wenige Minuten nach seinem Sieg über 100 Meter Brust.
Und auch am dritten Tag musste er nach seinem Titel über 50 Meter Brust nochmals ins Wasser: Er holte in einem engen Rennen Bronze über 100 Meter Freistil (53,86).
Nachdem er 2014 vom Leistungsschwimmen zurückgetreten war, nahm er sich eine Auszeit vom Schwimmen.
„Irgendwann aber wollte ich wieder etwas machem. Und den Wettkämpfer kriegst du halt nie raus. Natürlich mache ich das nicht mehr in der Intensität wie früher, halt altersgerecht...", sagt er und lacht. Er hat schon neue Ziele ins Auge gefasst: „Ich würde gerne einen Altersklassenrekord über 50 Meter Brust aufstellen", sagt Berger. „Und vielleicht mal an einer internationaler Meisterschaft teilnehmen.".